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Projekt · Greifswald

Steildach Backsteinhaus, Baujahr 1928

Das Dach war seit den Siebzigern nicht angefasst worden: brüchige Betonpfannen, keine Dämmung, eine Rinne, die an drei Stellen tropfte. Die Eigentümer wollten den Dachboden als Kinderzimmer nutzen. Daraus wurde eine Neueindeckung mit Tonziegeln, eine Stehfalzgaube, zwei Dachfenster, Aufsparrendämmung und die komplette Entwässerung in Kupfer.

Dachform
Satteldach, 48 Grad, mit Gaube
Eindeckung
Tonziegel, dunkelrot engobiert
Metall
Kupfer: Rinne, Fallrohr, Ortgang, Kehlen
Bauzeit
Rund fünf Wochen, Gerüst inklusive
Gesamtansicht: Backsteinhaus mit neuem Satteldach, Stehfalzgaube, Dachfenster und Kupferrinne im Abendlicht
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Gesamtansicht nach der Abnahme

So sieht das Haus aus, wenn das Gerüst weg ist: die dunkelrote Ziegeldeckung, die anthrazitfarbene Gaube, das Dachfenster daneben und die Kupferrinne, die im Abendlicht noch hell glänzt. In ein paar Jahren wird sie braun – das ist gewollt.

  • Ziegel und Gaube in zwei Tönen, damit die Gaube nicht wie ein Aufsatz wirkt
  • Fallrohr an der Giebelseite, damit die Straßenfront ruhig bleibt
First mit Firstziegeln, Lüftungsband und Kupferabschluss am Ortgang, dahinter Gerüst und Nachbarhäuser
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First mit Lüftung und Kupferabschluss

Unter den Firstziegeln liegt ein Lüftungsband. Es lässt die Luft, die unter der Deckung aufsteigt, am First wieder raus – ohne Lüftung schwitzt die Dämmung von innen. Der Ortgang bekommt ein Kupferblech, das die Ziegelkante gegen Wind und Regen schließt.

  • Firstziegel trocken verlegt, geklammert statt vermörtelt
  • Kupferblech am Ortgang, gefalzt und ohne sichtbare Schrauben
Stehfalz-Gaube in Anthrazit mit dreiteiligem Fenster, daneben ein Dachfenster in der Ziegeldeckung
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Gaube im Stehfalz und Dachfenster

Die Gaube bringt Stehhöhe ins Kinderzimmer. Außen ist sie mit Stehfalz in Anthrazit verkleidet: wenige Nähte, keine Ecken, an denen Wasser stehen bleibt. Das Dachfenster daneben sitzt in einem Wechsel, den wir mit dem Zimmerer eingebaut haben.

  • Gaubenwangen und -dach aus einem Material, Anschluss an die Ziegel mit Kehlblech
  • Dachfenster mit Eindeckrahmen für Tonziegel, innen an die Dampfbremse angeschlossen
Zwei Dachdecker verlegen gesichert am Seil die ersten Ziegelreihen auf frischer Lattung, Ziegelstapel auf dem Gerüst
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Eindeckung, Reihe für Reihe

Dritte Woche: Lattung und Unterspannbahn liegen, die ersten Reihen sind gedeckt. Die Ziegel kommen in Stapeln aufs Gerüst, jede Reihe wird gegen die Latte ausgerichtet. Beide Kollegen sind am Seil gesichert – das ist keine Kür, das ist Standard.

  • Lattung mit Abstandsmaß gesetzt, jeder Ziegel liegt auf zwei Latten
  • Sturmklammern an Ortgang, Traufe und in jeder dritten Reihe
Kupferblech, Kupfernägel, Hammer und Zollstock auf der Gerüstbohle, dahinter ein Stapel Tonziegel vor der Backsteinwand
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Material, das bleibt

Kupferblech für Kehlen und Anschlüsse, Kupfernägel, damit nichts rostet, und Ziegel, die wir vor dem Verlegen einzeln in die Hand nehmen. Das Werkzeug ist unspektakulär – Hammer, Zollstock, Falzzange. Entscheidend ist, dass alles zusammenpasst.

  • Kupfer und Kupfernägel: keine Kontaktkorrosion, keine Roststreifen an der Fassade
  • Ziegel aus einer Charge, damit der Farbton über das ganze Dach gleich bleibt

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